Zwischen Traum und Wirklichkeit
- Jahr
- 2025
- Medium
- Acryl und Ölpastell auf aufgespannter Leinwand
- Maße
- 40 × 30 cm
- Tiefe
- 1,7 cm
- Status
- Verfügbar
- Preis
- 650.00€
- Kategorie
- Gemälde
Zwischen Traum und Wirklichkeit zeigt mehrere Schlangenkörper, die sich vor einem nahezu schwarzen Grund durch das gesamte Hochformat ziehen. Weiße Konturen fassen ihre Windungen; Farbfelder in Blau, Rot, Gelb und Weiß gliedern die Körper, ohne sie vollständig voneinander zu trennen. Sie überlagern sich, werden von den Bildrändern angeschnitten und scheinen außerhalb der Leinwand weiterzulaufen. Dadurch bleibt zwar jede Bewegung erkennbar, ihr Anfang und Ende lassen sich jedoch nicht sicher bestimmen.
Die Schlange gehört zu Marlon Nikolais wiederkehrendem visuellem Vokabular. Ihre Verbindung zur Transformation entsteht aus der Häutung: Eine äußere Schicht wird abgestreift, während der Organismus fortbesteht. Häutung fungiert damit als archetypisches Bild einer Veränderung, die Identität nicht auslöscht, sondern ihre Form und Grenze erneuert. Das Gemälde illustriert diesen Vorgang nicht. Es überträgt seine Logik auf die Komposition: Konturen gehen ineinander über, einzelne Körper verlieren ihre Abgeschlossenheit und werden Teil einer fortlaufenden Bewegung.
Das Schwarz ist keine neutrale Hintergrundfläche. Es entzieht den Figuren einen stabilen gemeinsamen Raum und bestimmt, welche Partien sichtbar werden. Helle Linien und gesättigte Farben treten scharf hervor; an anderen Stellen brechen Konturen ab oder verschwinden in der Dunkelheit. Das Auge ergänzt diese Unterbrechungen, verbindet getrennte Segmente und führt angeschnittene Körper gedanklich über die Leinwand hinaus. Wahrnehmung erscheint damit nicht als bloße Aufnahme, sondern als aktive Herstellung von Zusammenhang.
Genau darin treffen Traum und Wirklichkeit aufeinander. Wirklich sind die erkennbaren Schlangenkörper, ihre Farben und ihre materielle Präsenz. Traumhaft ist die Ordnung, in der sie auftreten: Wiederholung ersetzt eindeutige Individualität, räumliche Beziehungen bleiben widersprüchlich und keine Figur lässt sich vollständig verfolgen. Transformation vollzieht sich hier als Wechsel der Bildordnung: Die Schlange bleibt erkennbar, während ihre einzelne Gestalt sich fortwährend auflöst, verbindet und neu zusammensetzt.
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