Galatea
- Jahr
- 2023
- Medium
- Mixed media on stretched canvas
- Maße
- 110 × 110 cm
- Rahmung
- Framing available upon request (not included in the price)
- Status
- Platziert
- Kategorie
- Gemälde
Galatea besitzt keine stabile Bildfarbe im herkömmlichen Sinn. Die gesamte Oberfläche der Leinwand ist mit einem chromimitierenden Pigment bearbeitet, das einen großen Teil des einfallenden Lichts reflektiert. Sein metallisch-silbriger Grundton bleibt als materielle Bedingung bestehen; das jeweils sichtbare Farbbild entsteht jedoch aus der Umgebung. Wände, Lichtquellen, Körper und Bewegungen schreiben sich vorübergehend in die Oberfläche ein.
Die blau-grauen, goldenen und dunklen Erscheinungen der fotografierten Ansicht sind daher keine festgelegten Farbfelder des Gemäldes. Sie gehören zu einer bestimmten räumlichen und optischen Situation. In einem anderen Raum, unter verändertem Licht oder aus einer anderen Position bildet dieselbe Oberfläche ein anderes Bild. Galatea bewahrt seine materielle Struktur, während seine Erscheinung fortwährend neu entsteht.
Der Titel führt zum Mythos von Pygmalion und Galatea, in dem geformte Materie zu einer lebendigen Gegenwart wird. Das Werk überträgt diesen Übergang in die Gegenwart der Betrachtung. Es zeigt keine festgelegte Figur; erst der Körper vor der Leinwand erscheint in ihr. Die Betrachtenden verleihen dem Werk für einen Moment eine lebendige Gestalt, werden durch das Pigment jedoch nicht neutral oder vollständig zurückgegeben. Ihr Bild verändert sich mit Abstand, Winkel und Bewegung.
Damit verteilt Galatea die Rollen des Mythos neu. Weder erweckt ein souveräner Schöpfer ein passives Objekt zum Leben, noch bleibt die betrachtende Person außerhalb des Werks. Das Material bestimmt, wie der Körper erscheinen kann; der Körper wiederum aktiviert die optischen Möglichkeiten der Oberfläche. Galatea ist weder allein das Objekt noch allein sein Gegenüber. Der Name bezeichnet den Moment, in dem beide in Beziehung treten.
Diese Erscheinung entsteht aus der Relation von Licht, Materie, Raum und Körper. Verschiedene Menschen begegnen derselben physischen Oberfläche und sehen dennoch niemals dasselbe Bild. In den Feldern der Erfahrung wird Wahrnehmung damit selbst zum Gegenstand des Werks: nicht als passiver Empfang einer fertigen Wirklichkeit, sondern als situierter Prozess, in dem sich Welt und Bewusstsein wechselseitig hervorbringen.
Galatea wird nicht ein einziges Mal lebendig. Das Werk entsteht mit jeder Begegnung neu – aus einer materiell konstanten Oberfläche und einem Bild, das nur für die Dauer einer bestimmten Beziehung existiert.
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