Felder der Erfahrung
Felder der Erfahrung untersucht, wie eine Begegnung wahrnehmbar wird: durch Aufmerksamkeit, Sinneskanäle, körperliche Position, Bewegung, Erinnerung, Kontext und Bewusstsein. Wahrnehmung ist kein passiver Empfang, sondern eine aktive Relation zwischen Werk, Situation und Betrachtenden.
Wahrnehmung als aktive Relation
Ein Werk erscheint nicht unter allen Bedingungen gleich. Licht, Distanz, Blickpunkt und räumliche Situation verändern die Begegnung fortlaufend. Bedeutung liegt deshalb weder ausschließlich im Werk noch ausschließlich bei den Betrachtenden; sie entsteht relational zwischen materieller Form, Situation und individueller Wahrnehmung.
Sinneskanäle
Die Praxis arbeitet vor allem mit visueller, taktiler und kinästhetisch-räumlicher Wahrnehmung. Farbe, Transparenz, Reflexion, Fokus und Figur-Grund-Beziehungen strukturieren das visuelle Feld. Oberfläche, Bruch, Glätte und materielle Tiefe aktivieren haptische Vorstellung, während Klang, Rhythmus und Stille die Begegnung in interdisziplinären Situationen erweitern können.
Schwelle
Die Schwelle bezeichnet einen Übergang, in dem etwas noch nicht Bewusstes, Differenziertes oder sinnlich Zugängliches in Erfahrung zu treten beginnt. Sie erzeugt nicht, was jenseits unmittelbarer Sichtbarkeit liegt; sie verändert die Bedingungen, unter denen ein Aspekt wahrnehmbar werden kann.
Aufmerksamkeit, Erinnerung & Kontext
Aufmerksamkeit wählt aus und differenziert, was in Erfahrung treten kann. Erinnerung, Erwartung, kulturelle Einschreibung und der unmittelbare Kontext einer Begegnung wirken daran mit, wie ein Werk erscheint. Wahrnehmung ist daher situiert und bleibt für erneute Deutung offen.
Körper, Bewegung & Raum
Maßstab, Nähe, Distanz und Bewegung vor einem Werk erzeugen eine körperliche und räumliche Relation. Betrachtende bleiben nicht außerhalb des Werks, sondern werden Teil der Bedingungen, durch die es erscheint. Sehen verbindet sich mit Orientierung, haptischer Vorstellung und dem Bewusstsein der eigenen Position.
Resonanz & Bewusstsein
Resonanz bezeichnet eine antwortende Beziehung: Eine Begegnung setzt sich in der Wahrnehmung fort, statt an der sichtbaren Oberfläche zu enden. Bewusste und vorbewusste Prozesse, Affekt, Intuition und implizites Wissen können daran beteiligt sein, ohne auf eine feste Botschaft reduziert zu werden. Das Werk öffnet ein Feld, in dem diese Relationen erfahrbar werden, ohne abschließend entschlüsselt zu sein.
Diese Fragen begegnen den physischen Bedingungen aus Kosmos, Materie & Relationen sowie den konkreten Materialien und Motiven der Künstlerischen Sprache.