Schichtung

Schichtung erzeugt zeitliche und räumliche Tiefe, Überlagerung, Verdeckung, partielle Zugänglichkeit und das schrittweise Hervortreten von Form. Jede Schicht fügt einen neuen Zustand hinzu und verändert zugleich Sichtbarkeit und Beziehung des Vorangegangenen.
Frühere Gesten, Pigmente, Spuren oder materielle Zustände können unter späteren Schichten präsent bleiben. Sie können deutlich erscheinen, fragmentarisch werden oder sich beinahe vollständig entziehen. Das Werk ersetzt deshalb nicht einfach einen Zustand durch einen anderen; es hält mehrere Momente in einer veränderlichen Struktur der Zugänglichkeit.
Opazität, Transluzenz und Transparenz organisieren unterschiedliche Grade der Sichtbarkeit. Schichtung kann reale materielle Tiefe ebenso wie optische Tiefe erzeugen und Oberfläche und Inneres, Gegenwart und Vergangenheit, Klarheit und Verdeckung in Spannung halten.
Schichtung ist folglich keine bloße Akkumulation. Sie ist eine Methode der Relation und Transformation: Elemente werden zugleich bewahrt und verändert, und Bedeutung entsteht durch Überlagerung, Unterbrechung, Wiederholung und die Bedingungen, unter denen einzelne Schichten wahrnehmbar werden.